Delitzsch

Geburtstag: 1166

Einwohner: 24.850

Bekannt für: ein Schloss und einen Haufen Süßkram

Ich habe selten in einem Schloss so oft „Ooooh“ gesagt, wie im Delitzscher Barockschloss. Auch wenn hier, soweit ich weiß, niemals ein Märchenfilm gedreht wurde, wäre es die perfekte Kulisse dafür.

Das Barockschloss

Die unter Herzogin Henriette Charlotte von Sachsen-Merseburg, geb. von Nassau-Idstein (1693-1734) erfolgten Umbauarbeiten prägen das heutige Bild des Schlosses im Innenbereich. Die wunderschönen Leinentapeten sind trotz der wechselvollen Geschichte noch sehr gut erhalten und die passenden Möbel runden das spätbarocke Interieur ab. Da ich das Schloss im letzten Jahr besucht habe, sind die Puppen des Märchenrätsels auf den Fotos vielleicht nicht mehr ganz aktuell. (Was auch nicht so schlimm ist, denn Puppen sind gruselig.)

Im Schloss lernt man noch so einiges über die Stadtgeschichte von Delitzsch, wie zum Beispiel über die bekannte Süßwaren- und Schokoladenfabrik, die seit 2008 zur Halloren Schokoladenfabrik gehört.

Die Stadt selbst ist auch ziemlich hübsch. Wenn man sich in der Touristeninformation (die im Schloss untergebracht ist) einen Stadtplan geben lässt, kann man einen eigenen kleinen Rundgang machen. Auf dem Plan ist auch gut zu erkennen, wie groß die Stadt einst war. Ein großer Teil der Stadtmauer und der Wallgraben sind noch vorhanden.

Als Besucher ist es wirklich schwer sich in dieser Stadt zu langweilen, selbst wenn man nur zum Schokolade einkaufen vorbeikommt. Nicht umsonst heißt deshalb auch das jährlich stattfindende Schlossfest „Vive le plaisir“.

Historischer Abriss des Barockschlosses

9./10. Jh. Errichtung einer slawischen Burganlage
1387-91 Umbau der Anlage in gotische Wasserburg
1540-58 unter Herzog Moritz von Sachsen Umbau in Renaissancestil
1689-96 unter Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg Umbau in barocken Witwensitz
1692-1701 Wittum der Herzogin Christiana von Sachsen-Merseburg
1731-1734 Wittum der Herzogin Henriette Charlotte von Nassau-Idstein
bis 1849 Nutzung als preußische Garnison
bis 1860 Nutzung als Artillerieschule
1860-1926 Nutzung als Frauenzuchthaus
ab 1928 Stadt kaufte Schloss; Nutzung als Museum und Bibliothek
1974-1993 Sperrung des Schlosses auf Grund beschädigter Baustruktur
1993 nach Modernisierung Wiedereröffnung des Museums

Zwei Obelisken flankieren das Haupttor zum Schloss. Unterhalb sind zwei Putten angebracht, die das sächsische Wappen tragen und den Herzogshut darüber halten.

Zwei Obelisken flankieren das Haupttor zum Schloss. Unterhalb sind zwei Putten angebracht, die das sächsische Wappen tragen und den Herzogshut darüber halten.

Auf der anderen Seite halten die zwei Putten das Wappen des Herzogtums Cleve. Die sächsischen Kurfürsten beanspruchten neben anderen Herrschern die Herzogtümer Jülich, Cleve und Berg. Die Auseinandersetzung fand ihren vorläufigen Höhepunkt im Jülich-Klevischen Erbfolgekrieg von 1609. In den Besitz auch nur eines der Herzogtümer kamen die Wettiner nie.

Auf der anderen Seite halten die zwei Putten das Wappen des Herzogtums Cleve. Die sächsischen Kurfürsten beanspruchten neben anderen Herrschern die Herzogtümer Jülich, Cleve und Berg. Die Auseinandersetzung fand ihren vorläufigen Höhepunkt im Jülich-Klevischen Erbfolgekrieg von 1609. In den Besitz auch nur eines der Herzogtümer kamen die Wettiner nie.

Den Eingang zum Schloss bildet das Stifterportal. Bekrönt wird es von zwei schwarzen Löwen, die die Wappen von Sachsen und Cleve, sowie des Stifts Merseburg flankieren. In der Inschriftentafel darüber wird Christian I. von Sachsen-Merseburg (1615-1691) als Bauherr genannt.

Den Eingang zum Schloss bildet das Stifterportal. Bekrönt wird es von zwei schwarzen Löwen, die die Wappen von Sachsen und Cleve, sowie des Stifts Merseburg flankieren. In der Inschriftentafel darüber wird Christian I. von Sachsen-Merseburg (1615-1691) als Bauherr genannt.

Grabdenkmal mit (invalidem) Putto für die Eheleute Hertzsch, unbekannter Künstler, Postaer Sandstein, 1795

Grabdenkmal mit (invalidem) Putto für die Eheleute Hertzsch, unbekannter Künstler, Postaer Sandstein, 1795

Der fürtstliche Wohnbereich in der Beletage

Der fürtstliche Wohnbereich in der Beletage

keine sächsische Residenz ohne August (1670-1733)

keine sächsische Residenz ohne August (1670-1733)

Wie man sich im Notfall aus dem Schlossturm abseilt.

Wie man sich im Notfall aus dem Schlossturm abseilt.

Wer die verschiedenen Leinentapeten im Schloss nicht schön findet, hat leider keinerlei Sinn für Ästhetik.

Was gibt’s noch zu sehen?

Stadtkirche St. Peter & Paul, 1494 fertiggestellt

Stadtkirche St. Peter & Paul, 1494 fertiggestellt

 

Der Breite Turm an der Breiten Straße (46 m) wurde 1396 errichtet und bildete früher mit dem Breiten Tor den östlichen Eingang in die Stadt.

Der Breite Turm an der Breiten Straße (46 m) wurde 1396 errichtet und bildete früher mit dem Breiten Tor den östlichen Eingang in die Stadt.

Das Rathaus entstand zwischen 1474 bis 1497 und wurde während der Epoche des Spätklassizismus umgebaut.

Das Rathaus entstand zwischen 1474 bis 1497 und wurde während der Epoche des Spätklassizismus umgebaut.

Der Hallesche Turm an der Halleschen Straße (39 m) wurde 1394 errichtet. Er bildete den westlichen Eingang in die Stadt und war der Beobachtungsposten eines Türmers.

Der Hallesche Turm an der Halleschen Straße (39 m) wurde 1394 errichtet. Er bildete den westlichen Eingang in die Stadt und war der Beobachtungsposten eines Türmers.

Zu Ehren des Zoologen/Mikrologen/Geologen/.... Christian Gottfried Ehrenberg (1795-1876) wurde dieser Gedenkstein errichtet. Ehrenberg wurde in Delitzsch geboren.

Zu Ehren des Zoologen/Mikrologen/Geologen/…. Christian Gottfried Ehrenberg (1795-1876) wurde dieser Gedenkstein errichtet. Ehrenberg wurde in Delitzsch geboren.

In Delitzsch ist man sehr (fassaden)tierchenlieb

In Delitzsch ist man sehr (fassaden)tierchenlieb

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