Off-Topic: Die Kirchturmgalerie

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass ich gerne Kirchtürme aus der Froschperspektive fotografiere, wenn ich sehr nah vor ihnen stehe? Mir schon. Ich fahre durch sehr viele Dörfer und fotografiere sehr viele Kirchen, denn sie sind Teil der Kulturgeschichte (Das heißt aber nicht, dass man deren religiöse Symbole in staatlichen Verwaltungsgebäuden an die Wand tackern muss.). Leider verfüge ich wohl nicht über genügend Lebenszeit, um über jedes idyllische Dorf mit einer hübschen Dorfkirche zu bloggen. Deshalb kommt hier meine Kirchturmgalerie, in der nicht nur Provinzkirchen ihren Platz finden, sondern auch einige aus größeren Städten. Denn menschliche Siedlungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern kommen auf diesem Blog ja immer etwas zu kurz, was aber nicht heißt, dass ich sie mir nicht auch ab und zu anschaue. Und jetzt viel Spaß mit meiner Fotosammlung. Die Auflistung erfolgt alphabetisch und wird beständig fortgesetzt.

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Off-Topic: Gullydeckel

Nicht immer muss man für Kunst ins Museum gehen. Manchmal reicht es auch einen Blick auf den Gehweg zu riskieren. Da kann man nämlich in manchen Städten wunderhübsch gestaltete Kanaldeckel, sogenannte Schmuckdeckel, entdecken. Da diese meistens in großen Städten zu finden sind, muss man dafür nicht extra ins Hinterland fahren.
Meistens werden die Wappen der Stadt abgebildet, aber oft auch prägende Bauten oder Sehenswürdigkeiten. Ich habe vor, diese noch kleine Galerie beständig zu erweitern, also lohnt es sich immer mal wieder hereinzuschauen. Bis auf den ersten Deckel erfolgt die weitere Auflistung in alphabetischer Reihenfolge. Aus Gründen.
Leipzig
In der schönsten Stadt des Ostens ist auf dem Schmuckdeckel das historische Stadtwappen zu sehen. Auf einem in der Mitte geteilten Schild ist links der wettinische Löwe abgebildet und rechts die Landsberger Pfähle.

 

In Gundorf (Böhlitz-Ehrenberg) findet man an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 4 findet man dieses schöne Exemplar, das eine Windrose zeigt.

Dieser Deckel ist auf dem Gelände der ehemaligen Heilanstalt Dösen zu finden. Die Beschriftung verweist möglicherweise auf Albert Finzel, der ein Metallwarengeschäft besaß.

Altenburg

Die Umschrift auf dem Altenburger Deckel benennt neben dem Stadtnamen noch Balduin Bechstein. Die Familie Bechstein ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden, besonders durch die Spielkartenfabrik. Balduin Bechstein besaß eine Maschinenfabrik und Eisengießerei, die bis 1945 bestand und wahrscheinlich auch die Vorlage für diesen Deckel lieferte.

 

Leider konnte ich über die Geschichte dieser beiden Deckel noch nichts herausfinden.

Berlin
Der Berliner Deckel zeigt einige Wahrzeichen der Stadt: den Fernsehturm, das Brandenburger Tor, das Bundeskanzleramt, das Marathontor des Olympiastadions, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und den Reichstag.
Buxtehude
Der Deckel zeigt das Stadtwappen bestehend aus einem Schild mit zwei gekreuzten Schlüsseln, darüber ein Tatzenspitzenkreuz. Über dem Schild ist ein Stechhelm mit übereck geteilten Büffelhörnern zwischen denen sich ebenfalls ein Tatzenspitzenkreuz befindet.
Dresden

In der sächsischen Landeshauptstadt war man, wie in vielen anderen Städten auch, richtig kreativ und zeigt auf dem Schmuckdeckel das Stadtwappen. Dieses zeigt, wie in vielen anderen sächsischen Städten und Gemeinden auch, richtig kreativ links den meißnischen Löwen und rechts die Landsberger Pfähle.

Eckernförde
In Eckernförde zeigt der Deckel das Stadtwappen bestehend aus drei Wellenleisten, einem gemauerten Zinnenturm und einem Eichhörnchen. Das Eichhörnchen geht wahrscheinlich auf die Herkunft des Stadtnamens zurück und ist auch sonst überall in der Stadt zu finden.
Freiberg 

Den Biertrinkern unter meiner Leserschaft sollte das Motiv dieses Deckels wenigstens entfernt bekannt vorkommen. Den Deckel (und die Bierflasche) ziert das Wappen der Bergbaustadt, bestehend aus einem Schild auf dem drei Türme und eine Mauer mit einem Fallgitter abgebildet ist. Innerhalb des Fallgitters befindet sich nochmals ein Schild auf dem ein nach links blickender Löwe zu sehen ist. Prost und Glück auf!

Gotha

Auf dem Gelände des Schlosses Friedenstein findet man dieses schöne Exemplar. Es zeigt das Wappen des Bundeslandes Thüringen, ein achtfach quergestreifter Löwe mit einer Krone, der von acht Sternen umgeben wird.

Greifswald
In der Hansestadt zeigt der Deckel das Wappen, welches aus dem pommerschen Greif und einem Eichenbaumstumpf besteht.
Grimma
Den Deckel der Stadt Grimma ziert das Wappen, welches eine Stadtmauer mit offenem Tor, zwei Spitztürmen und einem Rundturm zeigt. Links hängt der Wappenschild der Wettiner, rechts der der Burggrafen von Döben.
Groitzsch

Dies ist ein Deckel den ich in Groitzsch gefunden, aber inzwischen auch an vielen anderen Orten gesehen habe. Gezeigt wird das vereinfachte modernisierte Wappen des Freistaats Sachsen, welches als Landessignet im Jahr 1993 von der sächsischen Landesregierung herausgegeben wurde.

Halle
Im übelsten Vorort von Leipzig ziert das eigene Wappen den Deckel. Es zeigt einen Schild, auf dem zwei Sterne und ein Halbmond (keine Angst, keine Islamisierung nachweisbar) abgebildet sind. Die astronomischen Objekte gehen auf die Gründungssage der Stadt Halle zurück und die ärmlichen Verhältnisse unter denen sie entstanden ist.

 

 

In der Stadt kursiert auch noch diese Variante mit vergrößertem Stadtwappen und ohne Umschrift.

 

Es gibt sogar noch eine dritte Variante, die das Stadtwappen ohne Wappenschild zeigt.

Hannover
Der Deckel zeigt in der Mitte das Stadttor, welches rechts und links von den welfischen Löwen flankiert wird.
Hoyerswerda

Die Schmuckdeckel der Stadt Hoyerswerda (sorbisch: Wojerecy) sind nicht, wie sonst üblich, auf dem Markt zu finden, sondern zum einen im Innenhof des Schlosses und zum anderen auf der – inzwischen oft auf Insta zu findenden – Langen Straße. Auch Hoyerswerda zeigt das Wappen der Stadt, das erst seit 1898 offiziell gilt. Es zeigt drei Eichenbäume, die sowohl an ihren Blättern, als auch an ihren Früchten klar zu erkennen sind.

Husum


In der Theodor-Storm-Stadt entschied man sich auch das Stadtwappen abzubilden, welches einen Palisadenzaun mit offenem Torhaus zeigt, indem zwei Löwen wohnen.

Landsberg am Lech

Auch der Landsberger Schmuckdeckel zeigt das Stadtwappen. Das sogenannte Kreuz auf dem Dreiberg steht für Freiung, Marktfrieden und Gericht. Gefunden habe ich diesen Deckel allerdings in Waldheim, da beide Städte eine Städtepartnerschaft pflegen.

Lucka

Es gibt heute immer noch Eisengießereien in Lucka. Welche davon für diesen Deckel verantwortlich, der auch etwas älter zu sein scheint, konnte ich noch nicht herausfinden. Gefunden habe ich ihn in Altenburg.

Lugau im Erzgebirge

Diesen Kanaldeckel sieht man in ostdeutschen Städten noch recht häufig. Ich habe ihn in der Curiestraße in Leipzig entdeckt. Der volkseigene Betrieb Kanalguss Lugau bestand seit 1972.

Vor der Verstaatlichung gab es natürlich schon Eisengießerein in Lugau. Eine davon war die Eisengießerei von Moritz Walther, die er 1901 mit Clemens Böttcher gründete. Ab 1941 hieß das Unternehmen „Moritz Walther Nachf.“. Gefunden habe ich diesen Deckel in Rochsburg.

Meißen
Der Deckel zeigt das Stadtwappen, bestehend aus einem Schild auf dem links ein Turm und rechts der sogenannte Meißner Löwe zu sehen ist. Der Löwe war einst das Wappentier der Markgrafen von Meißen und ziert noch heute viele Stadtwappen im ehemaligen Herrschaftsgebiet (siehe Leipzig).
Naumburg

Der Naumburger Deckel zeigt das Wahrzeichen der Stadt, den aus dem 13. Jahrhundert bestehenden Dom, in welchem die weltbekannten Stifterfiguren zu finden sind.

Plauen

In der Spitzenstadt zeigt der Schmuckdeckel das Wappen der Stadt, welches auf ein Siegel aus dem Jahr 1329 zurückgeht. Es zeigt zwei Türme, die durch einen gotischen Spitzbogen verbunden sind. Über dem Spitzbogen steht ein Wappenschild mit einem Löwen und darauf thront ein Stechhelm mit aufgefächerten Pfauenfedern. Der Deckel wurde wirklich sehr detailliert ausgearbeitet und alle Einzelheiten sind beim bloßen Vorübergehen kaum zu bemerken.

Waldheim

In Waldheim findet man auf dem Schmuckdeckel das Wappen der Stadt: ein Turm mit Mittelteil und zwei Seitenaufbauten.