Lützen

Geburtstag: 1269

Einwohner: 8625

Bekannt für: einen in der Schlacht erschossenen schwedischen König

Same shit – different century. Ähnlich wie Mühlberg an der Elbe ist die Kleinstadt Lützen nur deshalb bekannt, weil sich in ihrer Nähe verschiedene Menschen aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Gründen gegenseitig die Lebenserwartung verkürzt haben. Das wohl prominenteste und marketingtechnisch verwertbarste Opfer war Gustav II. Adolf (1594-1632), König von Schweden. Er fiel am 6./16. November 1632 in der Schlacht. Am Fundort seines Leichnams wurde noch im selben Jahr ein Findling aus Granit aufgestellt. Dieser Stein wurde mit der Zeit ein beliebtes Ausflugsziel. Und weil es damals noch keine Tourismusinformation mit einem Andenkenshop gab, fingen die Menschen an sich kleine Stücke aus dem großen Stein zu brechen. (Kein Kommentar -,-)  Weiterlesen

Mühlberg an der Elbe

Geburtstag: 1230

Einwohner: 3856

Bekannt für: die Entscheidungsschlacht im Schmalkaldischen Krieg (1546/47), die in der Nähe stattfand 

Manchmal hat man es als Kleinstadt wirklich nicht leicht. Erst wird man der Veranstaltungsort einer berühmten Schlacht im 16. Jahrhundert und dann muss man auch noch zu Brandenburg gehören, obwohl sich die Mehrheit der Einwohner für die Zugehörigkeit zum Land Sachsen ausgesprochen hat (so viel zur Sinnhaftigkeit von Volksbefragungen). Aber Mühlberg an der Elbe macht trotzdem das Beste aus dem zweifelhaften Schlachtenruhm. 

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Das Wappen der Stadt zeigt eine Zinnmauer mit offenem Tor und dahinter einen spitzbedachten übereck stehenden Turm.

Naunhof

Einwohner: 8618

Geburtstag: irgendwann zwischen 1150 und 1223

Bekannt für: eine Autobahnausfahrt kurz vor der schönsten Stadt im gesamten Sachsenland

Es gibt bekanntlich nichts, was man nicht sammeln kann. Wenn man eine Sammelleidenschaft für etwas ausgearbeitet hat, sollte man sich vergewissern, dass man auch genug Platz für seine Objekte hat. Ansonsten ist die Gefahr, gesellschaftlich als Messie geächtet zu werden, relativ hoch. Da ja jetzt gerade alle wieder in die Stadt ziehen, ist auf dem Land genug Platz für das Hobby „Sammeln von Zeug“. Sofern man also einen Ort gefunden hat, an dem man alles hegen und pflegen kann, was man so anhäuft, sollte man unbedingt ein Museum daraus machen. Manche Orte haben sogar Raum genug für zwei kleine Museen dieser Art. Weiterlesen

Werminghoff war bis 1921 nur eine Arbeiterkolonie und erst ab jenem Jahr erlangte es den Status einer Gemeinde. Im Jahr 1950 wurde die Gemeinde in Knappenrode umbenannt, da ein Ort der nach einem pösen kapitalistischen Großindustriellen benannt war, nicht in den Sozialismus passte.

Knappenrode

Einwohner: 705

Geburtstag: 1913 (nein, ich habe die Zahl der Einwohner nicht mit dem Gründungsdatum verwechselt)

Bekannt für: einen Haufen Braunkohle und einen See

Genauso drängend wie die Frage der Nutzung von alten Schlössern ist die Frage der Nutzung von alten Industriestandorten. Abreißen oder zum Museum umgestalten? Nur weil ich gerne in Museen gehe, heißt das nicht automatisch, dass ich immer dafür bin aus jedem alten Gemäuer ein Museum zu machen, oder es in irgendeiner anderen Form zu erhalten. Das klingt jetzt natürlich sehr hart und einige werden sich fragen, wie ein kulturaffiner Mensch so etwas sagen/schreiben kann.

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